Der Medienbote - Vor 20 Jahren | 13.09.2006 | #010
Shownotes
Wo haben Sie gestern fotografiert? Wer in akribisch verwalteten Fotoalben blättert, wird meistens einen Verweis darauf finden, wann und wo das Bild gemacht wurde. Nicht gerade sehr präzise, denn die Ortszuordnung findet kursorisch statt. Die Erinnerung täuscht auch oft. Sony will jetzt dieses Problem mit einem kleinen Datenstift lösen, der die neue Generation von Digitalkameras und Camcordern mit einem Ortsgedächtnis ausstattet. Über GPS werden die Ortsdaten gemessen und automatisch den Fotos zugeordnet. Uhrzeit und Datum dem Foto beizufügen, ist seit langem Standard. Jetzt ist auch das „Wo“ der Ortsbestimmung möglich. Aber ist das komfortabel, sehe ich also zum Beispiel „Berlin, Kurfürstendamm 199“, „Altötting, Marktplatz“ oder abstrakte Vermessungsgrade der geografischen Zunft? Und was bringt das Ganze? Ob das Foto in Rom, Stockholm oder im Schrebergarten von Omi gemacht wurde, wird man ja wohl noch auseinander halten können, durch das was auf dem Foto zu sehen ist. Oder sind jetzt schon die Tauben auf dem Markusplatz mit den Tauben in Berlin-Kreuzberg zu verwechseln? Gut, für das detektivische Verfolgen eines Anfangverdachts bei Fremdgehen könnte es dem eifersüchtigen Partner weiterhelfen. Aber was hat man davon, wenn die Fotos vom Saufgelage noch den Standort speichern? Kneipe ist Kneipe und Betriebsfeier ist Betriebsfeier. Sinnvoller wäre da schon, dem Foto digital die Stimmen der Personen beizufügen, die man auf der Betriebsfeier entdeckt hat. Dann könnte man ja nachträglich die verdächtige weibliche Stimme am Telefon mit denen vom Feier-Foto vergleichen. Das bringt was, aber ob das kurz vor dem Äquator oder woanders war, ist unwichtig.
Transkript anzeigen
00:00:00: Der Medienbote.
00:00:02: Vor zwanzig Jahren.
00:00:04: Medientagebuch von Bernd von Zormühlen.
00:00:09: Heute!
00:00:11: Medienboote, Ausgabe Nummer fünfhundertneun vom dreizehnten September zweitausendsechs.
00:00:17: Wo haben sie gestern fotografiert?
00:00:20: Wer in akribisch verwalteten Fotoalben blättert wird meistens einen Verweis darauf finden wann und wo das Bild gemacht wurde.
00:00:28: Nicht gerade sehr präzise, denn die Ortszuordnung findet Kursore statt.
00:00:33: Die Erinnerung täuscht auch oft.
00:00:36: Sony will jetzt dieses Problem mit einem kleinen Datenstift lösen, der die neue Generation von Digitalkameras und Kampfkordern mit einem Ortsgedächtnis ausstattet.
00:00:46: Über GPS werden die Ortesdaten gemessen und automatisch den Fotos zugeordnet.
00:00:51: Uhrzeit- und Datum dem Foto beizufügen ist seit langem Standard – Jetzt ist das wo!
00:00:57: der Ortsbestimmung möglich.
00:00:58: Aber ist das komfortabel?
00:01:01: Sehe ich also zum Beispiel Berlin, Kurfürstendamm Hundertneinundneunzig, Altötting Marktplatz oder abstrakte Vermessungsgrade der geografischen Zunft?
00:01:10: und was bringt das Ganze?
00:01:11: Ob das Foto in Rom, Stockholm oder im Schrebergarten von Umi gemacht wurde wird man ja wohl noch auseinanderhalten können durch das was da auf dem Foto zu sehen ist.
00:01:21: Oder sind jetzt schon die Tauben auf dem Markus Platz mit den Tauben in Berlin Kreuzberg zu verwechseln?
00:01:27: Gut für das detektivische Verfolgen eines Anfangsverdachts beim Fremdgehen könnte es dem eifersüchtigen Partner weiterhelfen.
00:01:35: Aber was hat man davon, wenn die Fotos vom Saufgelage noch den Standort speichert?
00:01:39: Kneipe ist Kneipe und Betriebsfeier ist Betriebesfeier.
00:01:43: Sinnvoller wäre da schon, dem Foto digital die Stimmen der Personen beizufügen, die man auf der Betriebseite entdeckt hat!
00:01:51: Dann könnte man ja nachträglich die verdächtige weibliche Stimme am Telefon mit denen vom Feierfoto vergleichen.
00:01:58: Das bringt was, aber ob das kurz vor dem Equator oder woanders war ist unwichtig.
00:02:05: Schalten Sie wieder ein wenn
00:02:06: es heißt... Der Medienboote
00:02:10: Vor
00:02:10: zwanzig Jahren!
00:02:15: Medientagebuch von Bernd
00:02:16: von Zulülen.
Neuer Kommentar