Der Medienbote - Vor 20 Jahren | 19.09.2006 | #014
Shownotes
Der genetische Code der Blogs Der amerikanische Schriftsteller Benjamin Kunkel wird zurzeit in den Feuilletons weltweit für seinen Roman „Unentschlossen“ hofiert. Entscheidungsunfähigkeit, so die Krankheit des Helden, gibt uns der junge Schriftsteller auf den Weg, ist die Krankheit unserer Zeit. Die vor wenigen Jahren zusammen mit Freunden gegründete Literaturzeitschrift „n+i“ kommt ohne Blog im Netz aus, denn literarische Blogs hält Benjamin Kunkel für ein merkwürdiges Phänomen, weil Blogs die schnelle Reaktion brauchen und genau damit das Gegenteil von dem seien, was ihn interessiere: das langsame und überlegte Schreiben. So, da haben wir es. Schon wieder eine dezidierte Charakteristik des Massenphänomens Blogs. Die „NZZ“ umzingelt das Bloggen von einer anderen Seite und schreibt: „Die frohen Vorkämpfer von Mediendemokratie feiern die politischen Weblogs als Beitrag zur Befreiung der Bürger von der Bevormundung durch Journalisten (…) Ohne publizistische Leithammel kann keine Gesellschaft funktionieren.“ Langsam, langsam. Wie kann bei einem Kommunikationsphänomen, das mindestens 50 Millionen Blogs weltweit aktiv zählt und das täglich mindestens 170.000 Neu-Blogger verzeichnet, so ein abschließendes Urteil gefällt werden? Natürlich ist der massenhafte technische Zugriff auf das Internet nicht gleichbedeutend mit der Qualität der Beiträge, aber das Motiv „Wissen verbreiten“ steht ebenso im Vordergrund der Blogger-Massen wie „Gerüchte verbreiten“ und Subjektives loswerden. Der Kompass in der Bloggerwelt steht auf Marktklärung und qualitative Auslese. Und der statistische Hintergrund des Millionen-Bloggens spricht für die Wahrscheinlichkeit von vielen Perlen.
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Disclaimer: Dieser Podcast erhielt bei der Thumbnail- und Jingle-Gestaltung bzw. bei der Sound-Optimierung Unterstützung durch KI. Bernt von zur Mühlen und Jörg Wagner sind echt.
Produktion: Jörg Wagner Post: post [ätt] medienhoelle [pünktchen] de
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00:00:00: Der genetische Code der Blogs.
00:00:31: So die Krankheit des Helden gibt uns der junge Schriftsteller auf den Weg ist die Krankkeit unserer Zeit.
00:00:37: Die vor wenigen Jahren zusammen mit Freunden gegründete Literaturzeitschrift N plus E kommt ohne Blog im Netz aus, denn literarische Blogs hält Benjamin Kahnkel für ein merkwürdiges Phänomen weil Blogs die schnelle Reaktion brauchen und genau damit das Gegenteil von dem sein was ihn interessiere – dass langsame und überlegte schreiben.
00:01:00: So haben wir es.
00:01:01: Schon wieder eine dezidierte Charakteristik des Massen-Phenoments Blocks.
00:01:06: Die neue Züricherzeitung umzingelt das Bloggen von einer anderen Seite und schreibt, die frohen Vorkämpfer von Mediendemokratie feiern – die politischen Web-Blogs als Beitrag zur Befreiung der Bürger von der Bevormundung durch Journalisten.
00:01:22: Ohne publizistische Leithammel kann keine Gesellschaft funktionieren.
00:01:26: Langsam langsam!
00:01:28: Wie kann bei einem Kommunikationsphänomen das mindestens fünfzig Millionen Blogs weltweit aktiv zählt und dass täglich mindestens hundertsebzig Tausend Neublogger verzeichnet, so ein abschließendes Urteil gefällt werden?
00:01:43: Natürlich ist der massenhafte technische Zugriff auf das Internet nicht gleich bedeutend mit der Qualität der Beiträge.
00:01:50: Aber das Motiv Wissen verbreiten steht ebenso im Vordergrund der Blogger-Massen, wie Gerüchte verbreitten und subjektives loswerden.
00:02:00: Der Kompass in der Blogerwelt steht auf Marktklärung und qualitative Auslese – und der statistische Hintergrund des Millionenbloggens spricht für die Wahrscheinlichkeit von vielen Perlen!
00:02:15: Schalten Sie wieder ein wenn es heißt... ...der Medienboote
00:02:20: vor zwanzig
00:02:21: Jahren.
00:02:25: Medientagebuch von Bernd von Zulülen.
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