Der Medienbote - Vor 20 Jahren | 22.09.2006 | #017
Shownotes
Fotofälscher-Wettbewerb von Spiegel Online Einem Bit ist es egal, ob es Bestandteil einer digital aufgezeichneten Wagner-Oper ist und einem Pixel ist es egal, ob es in einem manipulierten Bild drinsteckt oder in einem harmlosen Urlaubsfoto, auf dem Papa die Sandburg schaufelt. Digital ist, was auseinander genommen und wieder zusammengesetzt werden kann. Cut and paste beherrscht die Powerpointwelt der Wissenschaft und Spiegel Online ruft kess passend zur baldigen Photokina in Köln seine fotografierenden Leser auf, tief in die Fotomanipulation, also in die Fälschung, einzusteigen. Im Windschatten der amerikanischen Webseite www.worth1000.com, wo mit Fotos drauf los gebastelt wird, bis die Pixel qualmen, soll der Spiegel-Wettbewerb in die gleiche Kerbe hauen. Bildteile phantasievoll verwursten, bis Haare aus Autos wachsen oder Männer zu Drag Queens umgebaut werden. Alles ist erlaubt, so die Spielregeln des Wettbewerbs, solange der Pixel- Fälscher die Bildrechte besitzt und Personen, die er manipulativ umbaut, damit einverstanden sind. Um Appetit zu machen, zeigt der Spiegel eine Fotofälschung von Tony Blair, der mit Russ-Meyer-Brüsten ausgestattet wurde. Ein Schelm, der wirklich glaubt, Tony Blair habe sein Einverständnis zu diesem Grusel-Foto gegeben. Soft soll der Wettbewerb anfangen und vier Fotos zum Downloaden und Ausschlachten sind vorgegeben. Zurzeit tourt in Europa eine Fotoausstellung mit dem Namen „Wenn Bilder lügen“. Journalistisches Machwerk der großen Manipulationsklasse. Didaktisch soll die Lehre gezogen werden, nicht allem zu glauben, was uns fotografisch in den Medien erreicht. Natürlich ist die Spiegel-Aktion transparent und witzig gemeint. Aber hart am Rande des intellektuellen Zynismus.
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Disclaimer: Dieser Podcast erhielt bei der Thumbnail- und Jingle-Gestaltung bzw. bei der Sound-Optimierung Unterstützung durch KI. Bernt von zur Mühlen und Jörg Wagner sind echt.
Produktion: Jörg Wagner Post: post [ätt] medienhoelle [pünktchen] de
Transkript anzeigen
00:00:00: Der Medienboote.
00:00:02: Vor zwanzig Jahren.
00:00:04: Medientagebuch von Bernd von Zormühlen.
00:00:09: Heute!
00:00:21: Einem Bit ist es egal, ob es Bestandteil einer digital aufgezeichneten Wagneroper ist und eine Pixel ist das egal.
00:00:29: Ob es in einem manipulierten Bild drinsteckt oder in einem harmlosen Urlaubsfoto auf dem Papa die Sandburg schaufelt.
00:00:36: Digital ist was auseinandergenommen und wieder zusammengesetzt werden kann.
00:00:41: Cut and paste beherrscht die Powerpoint-Welt der Wissenschaft.
00:00:45: Und Spiegel Online ruft CASE passend zur baldigen Fotokina in Köln seine fotografierenden Leser auf, tief in die Photomanipulation also in die Fälschung einzusteigen.
00:00:57: im Windschalten der amerikanischen Webseite www.worthonethousand.com womit Fotos darauf losgebastet wird bis die Pixel qualmen soll der Spieglwettbewerb in die gleiche Kerbe hauen Bildteile fantasievoll verwursten, bis Haare aus Autos wachsen oder Männer zu Drag Queens umgebaut werden.
00:01:18: Alles ist erlaubt, so die Spielregeln des Wettbewerbs solange der Pixelfälscher die Bildrechte besitzt und Personen, die er manipulativ umbaut damit einverstanden sieht.
00:01:29: Um Appetit zu machen zeigt der Spiegel eine Fotofälschung von Toni Blair, der mit Rasmaya Brüsten ausgestattet wurde.
00:01:36: Ein Schelm, der wirklich glaubt Tony Blair habe sein Einverständnis zu diesem Gruselfoto gegeben.
00:01:44: Soft soll der Wettbewerb anfangen und vier Fotos zum Downbloden und Ausschlachten sind vorgegeben.
00:01:50: Zurzeit tourt in Europa eine Fotoausstellung mit dem Namen, wenn Bilder lügen – journalistisches Machwerk der großen Manipulationsklasse!
00:02:00: Didaktisch soll die Lehre gezogen werden nicht allem zu glauben was uns fotografisch in den Medien erreicht.
00:02:07: Natürlich ist die Spiegelaktion transparent und witzig gemeint, aber sehr hart am Rande des intellektuellen Zynismus.
00:02:17: Schalten Sie wieder ein wenn es heißt... der Medienbote vor
00:02:22: zwanzig Jahren!
00:02:25: Nächste Ausgabe, September, September zwei tausend sechs
00:02:30: Medientagebuch von Bernd von Surnühen.
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