Der Medienbote - Vor 20 Jahren | 11.10.2006 | #029

Shownotes

Das Haar in der Google-YouTube-Suppe Nach E-Mail und Suchmaschine ist mit dem Kauf von YouTube durch Google die Internetanwendung Video zur dritten großen Säule des Netzes geworden. So betrachtet sind die 1,31 Milliarden Euro Kaufpreis nicht überzogen, denn Google hat sich 100 Millionen tägliche Videonutzer gleichsam gekauft, das sind gut und gerne die Bevölkerung von Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein zusammen. Die Kleinform Video auf YouTube sind kurze Aufmerksamkeitsfresser, ideal um davor und danach Werbung zu platzieren, denn darauf läuft unvermeidlich das Geschäftsmodell hinaus. Das Internet-Video von Jedermann hat damit mit seinem künstlerischen Vorgänger, dem Videoclip der MTV-Art, endgültig den Massenmarkt Video etabliert. YouTube erinnert an Napster, die Musiktauschbörse, die zuerst die Idee „Ich lade hoch, Du lädst runter - ohne Geld“ massenwirksam etabliert hat. Ähnlich wie in den Landwirtschaftlichen Genossenschaften der DDR, hat jeder etwas eingebracht und rausgenommen. Tauschwirtschaft Hardcore. Dass in solchen Modellen immer am Ende irgendwer angeschmiert ist, ist auch klar. Bei Honeckers LPGs waren es die enteigneten Bauern und bei Napster und YouTube sind es die Videoschnipsel im großen Bewegtbildmeer der Plattform, die gar nicht denjenigen gehören, die sie auf die Plattform geschaufelt haben. Geklaute Bilder, die in anderen digitalen TV-Angeboten und Kinofilmen aufgesammelt werden und dann fröhlich und lustig verpackt wieder auf YouTube auftauchen. Napster hat die Wut und Macht der etablierten Labels zu spüren bekommen und ging in die Knie. Google betreibt gegenüber den Labels Apeacement-Politik und meldet Vereinbarungen zur Nutzung der Videos auf der Plattform. Warten wir ab, wer noch teuer klagen wird. Denn Urheberrechte sind eine der letzten Bastionen im globalisierten Mediengeschäft.

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Disclaimer: Dieser Podcast erhielt bei der Thumbnail- und Jingle-Gestaltung bzw. bei der Sound-Optimierung Unterstützung durch KI. Bernt von zur Mühlen und Jörg Wagner sind echt.


Produktion: Jörg Wagner Post: post [ätt] medienhoelle [pünktchen] de

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