Der Medienbote - Vor 20 Jahren | 12.10.2006 | #030
Shownotes
Diktatoren lieben Hollywood-Filme In der Brachialsprache der „Bild“- Zeitung heißt der nordkoreanische Diktator Kim Jung Il „Der Irre von Nordkorea“ oder manchmal auch „Der Irre mit der Bombe“. Das wenige, was man über den Irren aus Nordkorea weiß, deckt sich haarscharf mit der Diktator-Typologie von Stalin, Mao Tsetung, Ceausescu etc. Alle hatten westliche Nobelkarossen in den versteckten Garagen, während man in der Öffentlichkeit mit 80 Liter schluckenden Monsterkarren aus eigener Produktion kutschierte oder tonnenschwere Russenlimousinen fuhr, solange man noch Bruderland war. Alle predigten Wasser und hatten die Keller mit feinsten Tropfen aus Frankreich voll. Auch der Irre aus Nordkorea soll ein großer Kenner und Liebhaber französischer Weine sein. Und alle Diktatoren haben oder hatten mehrere Privatkinos, in denen sie sich in roten Plüschsesseln räkelten und Hollywood-Schinken mit ihren Vertrauten genussvoll ansahen. Der Irre mit der Bombe aus Nordkorea soll ganz verrückt auf seine 20.000 Kinofilme sein und sie sich häufig vorführen lassen. Warum diese Marotte all der Diktatoren? Weil nur so der wunderbare Westen mit seinen wunderschönen Schauspielerinnen heimlich genossen werden konnte. Bigotterie ist der Kern von Diktatoren. Heimlich kapitalistischen Genüssen sich hingeben, die keiner des geknechteten Volkes sehen kann. Am Tag nach dem Privatkino kann man dann wieder mit Genossen-Montur die Militärparade abnehmen. Träumen tut der Irre aus Nordkorea von Greta Gabor, Liz Taylor, Sex and the City, der Mercedes S-Klasse und Rothschild-Weinen.
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Disclaimer: Dieser Podcast erhielt bei der Thumbnail- und Jingle-Gestaltung bzw. bei der Sound-Optimierung Unterstützung durch KI. Bernt von zur Mühlen und Jörg Wagner sind echt.
Produktion: Jörg Wagner Post: post [ätt] medienhoelle [pünktchen] de
Transkript anzeigen
00:00:00: Der Medienbote.
00:00:02: Vor zwanzig Jahren.
00:00:04: Medientagebuch von Bernd von Zormühlen.
00:00:09: Heute!
00:00:10: Medienbode, Ausgabe Nummer fivehundertneunundzwanzig vom zwölften Oktober.
00:00:15: zweitausendsechs Diktatoren lieben Hollywood-Filme.
00:00:20: In der Brachialsprache der Bildzeitung heißt der nordkoreanische Diktator Kim Jung Il «der Irle» von Nordkorea oder manchmal auch der Irre mit der Bombe.
00:00:31: Das wenige, was man über den Irren aus Nordkorea weiß, deckt sich haarscharf mit der Diktatortypologie von Stalin Mao Zedong Chao Chescu.
00:00:41: Alle hatten westliche Nobelkarossen in den versteckten Garagen während man in der Öffentlichkeit mit achzig litterschluckenden Monsterkarten aus eigener Produktion kutschierte oder tonnenschwere Russenlimousinen fuhr solange man noch Bruderland war.
00:00:57: Alle predigten Wasser und hatten die Keller mit feinsten Tropfen aus Frankreich voll.
00:01:01: Auch der Irre aus Nordkorea soll ein großer Kenner- und Liebhaber französischer Weine sein, Und alle Diktatoren haben oder hatten mehrere Privatkinus in denen sie sich in roten Plüschsesseln räkelten und Hollywood-Schinken mit ihren Vertrauten genussvoll ansahen.
00:01:17: Der Irre mit der Bombe aus Nordkoria soll ganz verrückt auf seine zwanzig tausend Kinofilme sein und sie sich häufig vorführen lassen.
00:01:25: Warum diese Marotte, all der Diktatoren?
00:01:29: Weil nur so der wunderbare Westen mit seinen wunderschönen Schauspielerinnen heimlich genossen werden konnte.
00:01:36: Bigotterie ist der Kern von Diktaturen.
00:01:39: Heimlich kapitalistischen Genüssen sich hingeben die keine des geknechteten Volkes sehen kann.
00:01:46: Am Tag nach dem Privatkino kann man dann wieder mit Genossemontur die Militärparade abnehmen.
00:01:52: Träumen tut der Irre aus Nordkorea, von Greta Gabo, Liz Taylor, Sex and the City, der Mercedes S-Klasse und Rotschildweinen.
00:02:02: Schalten Sie wieder ein wenn es heißt... Der Medienboote Vor zwanzig Jahren!
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