Der Medienbote - Vor 20 Jahren | 13.10.2006 | #031

Shownotes

Smarter Putin Abgesehen davon, dass Präsident Putin im zutiefst unsympathischen KGB-Gewerbe in seiner Dresdner Zeit tätig war, hat er ein schnell arbeitendes, mit Witz ausgestattetes Gehirn. Im TV-Gespräch, in dem aus Anlass des Petersburgers Dialogs Bundeskanzlerin Merkel mit Putin von den ARDJournalisten Kenntemich und Roth befragt wurden, entwickelte sich der Gesprächsfaden in Richtung Medien, freier Journalismus und das Engagement Russlands in Sachen Fußball-Sponsoring eines deutschen Vereins. Putin fühlte sich mehrfach von den Zwischenfragen des ARD-Studioleiters Roth sichtlich genervt. Hinter seinen intelligenten Augen braute sich eine kleine Revanche für den in die Putin-Sätze hineinfragenden Roth an. Und dann der blitzschnelle Witz, die beißende Replik und der kenntnisreiche Medien-Hieb. Putin unterstrich zunächst, dass jedermann in Russland auch in Medien Geld investieren dürfe. Schließlich sei auch RTL an dem Sender Ren-TV in Moskau beteiligt. Und er schließe auch nicht aus, dass sich russisches Geld im deutschen TV aktivieren könne. Dann, so aber Putin in Richtung Roth austeilend, würde man sicherlich ein Live-Gespräch senden und keine Aufzeichnung im Falle eines solchen Interviews. Hoppla, Donnerwetter, Herr Präsident! Unfreiwillig in die journalistische Weichseite getroffen. Ja, warum eigentlich eine Aufzeichnung, warum nicht den Spirit einer Live-Sendung mitnehmen, zumal Putin zeigte, dass er keinen Fragen aus dem Weg ging. Der Petersburger Dialog ist wertvoll. Die Exklusivität des ARD-Interviews hätte ruhig den Live- Charakter vertragen. Putin hat Recht.

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Disclaimer: Dieser Podcast erhielt bei der Thumbnail- und Jingle-Gestaltung bzw. bei der Sound-Optimierung Unterstützung durch KI. Bernt von zur Mühlen und Jörg Wagner sind echt.


Produktion: Jörg Wagner Post: post [ätt] medienhoelle [pünktchen] de

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