Der Medienbote - Vor 20 Jahren | 16.10.2006 | #032
Shownotes
Elitäre Drittmittelkönige Jahrelang brauchte es, bis der Begriff „Elite“ im Zusammenhang mit Universitäten in öffentlichen Debatten gebraucht werden durfte. Was jetzt mit lautem Getöse als Auswahl beim Elite- und Excellenzgebrabbel für die Universitäten TU München, LMU und Karlsruhe herauskam, verdeckt die internationale Wettbewerbssituation. Abgesehen davon, dass die Beträge Peanuts sind, im Vergleich worüber US-Hochschulen verfügen, laufen im Ranking der Hochschulbeilage der „TIME“ deutsche Hochschulen ganz hinten mit und die jetzt im deutschen Elitegefühl oben platzierten Münchner Hochschulen liegen in den Top 200 des internationalen Hochschulrankings auf Platz 82. Die LMU rutschte sogar auf Platz 98 ab. Lediglich zwei weitere deutsche Hochschulen werden noch genannt, dann ist Schluss mit Dichter und Denker. Dazu kommt, dass sich Deutschland im Rennen gegenüber China und Indien falsch positioniert. Grundlagenforschung mag gut klingen, aber kann auch ins Auge gehen. Der Bundesverband BITKOM macht darauf aufmerksam, dass die Absolventenzahlen in technischen Studienfächern in Deutschland stetig sinken. Und wir bilden immer weniger Ingenieure aus, aber diese Berufe sind stark in Wertschöpfung und Anwendung. Wenn Deutschland mit Ach und Krach im Jahr 2004 37.000 Ingenieure ausbildet, sind es in China 870.000 - mit steigender Tendenz. Wenn sich die Hochschulziele nicht an wirtschaftlichen Anforderungen ausrichten und mit bürokratischen Behinderungen ausländische Studenten abschrecken, dann sollten wir bald ein neues Modewort wie „Elite“ oder „Excellenz“ durch die Medien scheuchen, damit wieder Selbstbeweihräucherung Vorfahrt vor Realismus hat.
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Disclaimer: Dieser Podcast erhielt bei der Thumbnail- und Jingle-Gestaltung bzw. bei der Sound-Optimierung Unterstützung durch KI. Bernt von zur Mühlen und Jörg Wagner sind echt.
Produktion: Jörg Wagner Post: post [ätt] medienhoelle [pünktchen] de
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