Der Medienbote - Vor 20 Jahren | 17.10.2006 | #033

Shownotes

Dinosaurier und Videos Wenn in der Medienbranche ein großer Schachzug auf dem Brett gelingt, kommen die Bedenkenträger auf den Plan. Bertelsmann-Chef Gunter Thielen gab sich nach dem YouTube-Kauf durch Google leicht pikiert, als er einem Reporter in die Feder diktierte, dass der Preis zu hoch gewesen sei und dass man sich an die Internet-Blase erinnert fühle. Wie wäre es mit der Sichtweise von Jeffrey L. Bewkes, dem Präsident von Time Warner, der den Deal für Google „perfekt“ nannte, sogar für den realisierten Preis von 1,65 Milliarden Dollar, denn dadurch würde sich die in die Suchfunktionen integrierbare Werbung schlagartig vergrößern. Ob sich aber irgendein Medienunternehmen getraut hätte, diesen Preis seinen Shareholdern beizubringen, ist eine andere Sache. Googles Marktkapitalisierung liegt bei 130 Milliarden Dollar - und das legt den Schluss nahe, dass klassische Medienunternehmen immer mehr die Chancen verpassen oder nicht mithalten können im Preispoker, wenn neue Geschäftsmodelle weltweit etabliert werden. Aber es tut sich was: NBC kaufte iVillage, der risikobereite Rupert Murdoch kaufte neben MySpace eine Reihe kleinerer Videoplattformen. Man bemüht sich allenthalben in den klassischen Medien, das Gigantenfeld Video nicht den Internetfirmen alleine zu überlassen. Was die Preise betrifft, die über einer Milliarde Dollar rangieren, sei daran erinnert, dass eBay das VoIP-Telefonunternehmen Skype für über 2,5 Milliarden Dollar kaufte. Endlos Zeit besteht nicht mehr. Eine Reise ins Silicon Valley könnte nicht schaden, um dort Garagenfirmen aufzukaufen, denn Geschäftsmodelle entstehen entweder bei den Technikfritzen in den Labors der Etablierten oder in den Köpfen von Unetablierten. Es ist wie mit der Malerei. Wer vor dem Atelier eines unbekannten Künstlers rechtzeitig auftaucht und ihm die Bilder abluchst, wenn der Künstler seine Miete nicht bezahlen kann, der hat ein Geschäft gemacht.

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Produktion: Jörg Wagner Post: post [ätt] medienhoelle [pünktchen] de

Transkript anzeigen

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00:00:20: Wenn in der Medienbranche ein großer Schachzug auf dem Brett gelingt, kommen die Bedenkenträger auf den Plan.

00:00:28: Bertelsmann-Chef Gunther Thielen gab sich nach dem YouTube-Kauf durch Google leicht pikiert, als er einem Reporter in die Feder diktierte, dass der Preis zu hoch gewesen sei und das man sich an die Internetblase erinnert fühle.

00:00:43: Wie wäre es mit der Sichtweise von Jeffrey L. Buches den Präsident von Time Warner der den Deal für Google Perfekt nannte und sogar für den realisierten Preis von US dollar, denn dadurch würde sich die in die Suchfunktion integriere Werbung schlagartig vergrößern.

00:01:01: Ob sich aber irgendein Medienunternehmen getraut hätte diesen Preis seinen Shareholdern beizubringen ist eine andere Sache.

00:01:08: Google's Marktkapitalisierung liegt bei hundertdreißig Milliarden Dollar und das legt den Schluss nahe, dass klassische Medienunternehmen immer mehr die Chance verpassen oder nicht mithalten können im Preisboker wenn neue Geschäftsmodelle weltweit etabliert werden.

00:01:24: Aber es tut sich was!

00:01:26: NBC kauft i-Village der Risikopereite Robert Murdock kauft neben MySpace eine Reihe kleinerer Videoplattformen.

00:01:34: Man bemüht sich allen Halben in den klassischen Medien das Gigantenfeld Video, nicht den Internetfirmen alleine zu überlassen.

00:01:42: Was die Preise betrifft – die über eine Milliarde Dollar rangieren – sei daran erinnert dass eBay das Voice Over IP-Telefonunternehmen Skype für über zwei Komma fünf Milliarden Dollar kaufte.

00:01:55: Endlos Zeit besteht nicht mehr!

00:01:57: Eine Reise in Silicon Valley könnte nicht schaden, um dort Garagenfirmen aufzukaufen.

00:02:02: Den Geschäftsmodelle entstehen entweder bei den Technikfritzen in den Labors der Etablierten oder in den Köpfen von Unetablierten.

00:02:11: Es ist wie mit der Malerei Wer vor dem Atelier eines unbekannten Künstlers rechtzeitig auftaucht und ihm die Bilder abluchst Wenn der Künstler seine Miete nicht bezahlen kann.

00:02:22: Der hat ein Geschäft gemacht.

00:02:24: Schalten Sie wieder ein,

00:02:26: wenn es heißt... Der Medienboote.

00:02:29: Vor zwanzig

00:02:36: Jahren!

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